Projekt Pakistan-Kasmir-Bagh
Drei Jahre nach dem Erdbeben in Kaschmir
Das Erdbeben am 8.Oktober 2005 in der pakistanisch-indischen Region Kaschmir forderte mehr als 70.000 Tote. Die Hälfte davon waren Frauen und Kinder. Rund 125.000 Menschen wurden verletzt. Die Zerstörung von etwa 600.000 Häusern führte zu mehr als 3,5 Millionen Vertriebenen. Das Beben brachte zudem etwa 800 medizinische Einrichtungen zum Einsturz.
In vielen Orten kamen beim Einsturz von Schulen ganze Klassen ums Leben. Diejenigen, die überlebten, lagen oft wochenlang mit schweren Knochenbrüchen in Krankenhäusern; einigen mussten Arme oder Beine amputiert werden. Die körperlichen Narben sind inzwischen verheilt, die seelischen werden noch lange bleiben
Wie ist die Lage heute in Bagh und Umgebung?
Die Situation hat sich stabilisiert, und die meisten Vertriebenen sind wieder in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt. Aber das Beben hat sichtbare Narben hinterlassen. Noch immer leben Tausende Menschen in temporären Unterkünften, die nicht den lokalen Wetterbedingungen angepasst sind.
Die Stadt Bagh hat sich sehr gut erholt, der Bazar findet wieder wie gewohnt statt. Kurz nach dem Erdbeben war alles in sich zusammengefallen, und es sah so aus, als könnte man die Stadt nicht wieder aufbauen.
Es ist wirklich beeindruckend, wie schnell die Menschen wieder zum Alltag zurückgekehrt sind und begonnen haben ihre Stadt aufzubauen. Die Stabilität einiger Gebäude, die das Beben überstanden haben und jetzt notdürftig renoviert worden sind, ist allerdings sehr Besorgnis erregend. Bausubstanz und Fundamente sind durch das Beben doch teilweise erheblich angegriffen. Die Gebäude sind teilweise nur neu geputzt und gestrichen worden und sehen daher äußerlich zwar gut aus, aber schon bei dem nächsten leichten Erdbeben werden sie wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Das ist lebensgefährlich für die Bewohner. Da Geld aber äußerst knapp ist bzw. teilweise gar nicht vorhanden sind die Menschen froh, wenn die angegriffene Bausubstanz auch nur halbwegs instand gesetzt wird, damit man ein Dach über dem Kopf hat, denn der nächste Winter kommt bestimmt.
Eröffnung Neues Traumazentrum 2007

Um den Kindern und Erwachsenen zu helfen, hat die Deutsche Welthungerhilfe gemeinsam mit der tschechischen Partnerorganisation People in Need in Bagh ein für Pakistan einzigartiges Projekt ins Leben gerufen: das psychologische Therapiezentrum ‚Noor Bagh’. Ab Februar 2007 werden hier traumatisierte Menschen von einem Psychologen betreut und psychologische Helfer für die Arbeit in den Gemeinden der Region ausgebildet.
Nach der Fertigstellung entstand um das Zentrum herum noch ein Park mit Spiel- und Sportplätzen. "Wir wollten vermeiden, dass das Zentrum den Charakter einer Klinik hat. Die Opfer des Erdbebens sollen gerne hierher kommen", erklärt Peter Duby, der für Planung und Bau des Zentrums verantwortlich ist. ‚Noor Bagh’ soll seinem Namen alle Ehre machen, und der hat zweierlei Bedeutung: ‚Neues Bagh’ und ‚Garten des Lichts’.
Da die Gefahr von weiteren Erdbeben besteht, hatte IEP , zusammen mit der "Deutschen Welthungerhilfe" ein Erdbebenvorwarnsystem in dem Therapiezentrum installiert. Um die Sicherheit im Erdbebenfall zu erhöhen wurde die Systemtechnik redundant ausgeführt. Im Fall eines Erdbebens warnen zwei im Haus installierte Sirenen optisch und akustisch vor dem drohenden Erdbeben. Dadurch ist sichergestellt, dass sowohl in den Schulungsräumen, den Behandlungsräumen als auch im Verwaltungsbereich des Gebäudes die Alarmgebung wahrgenommen wird.
Filn von der Alarmgebung im Gebäude
Film über das Verhalten im Alarmfall
Damit auch im Bereich des Therapiezentrum "Noor Bagh" nun viele Menschen die lebensrettenden Vorteile in Anspruch nehmen können, hat sich der Förderverein entschlossen, weitere Gelder zu sammeln, um an den bereits installierten Geräten eine zusätzliche Außensirene zu installieren..
Die kosten für eine derartige Sirene belaufen sich auf ca. 12.000 €.
Film Bevölkerungswarnung
