Was sind Erdbeben eigentlich?

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Mittwoch, 22. Februar 2012

IEP e.V.

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Warum gibt es Erdbeben und warum können wir helfen?

Erdbeben gehören zu den unvermeidlichen Naturkatastrophen durch die Millionen Menschen auf unserer Welt bedroht sind. Auch heute noch im 21 Jahrhundert sind Erdbeben wissenschaftlich nicht voraussagbar; wir kennen weder den genauen Ort noch den genauen Zeitpunkt des schrecklichen Geschehens. Was wir aber mit absoluter Sicherheit wissen, ist, dass Erdbeben auch zukünftig passieren werden und wir wissen auch, welche Regionen unserer Erde besonders durch Erdbeben bedroht sind.

Die Kontinente unserer Erde sind Bestandteil eines weltumspannenden Erdplattensystems, das seit Anbeginn der Erdgeschichte Kontinente formt, aber auch immer wieder umformt. Denn diese Erdplatten sind ständig in Bewegung und da wo sie aufeinander treffen sind auch die Auswirkungen an der Erdoberfläche sichtbar z. B. durch die Auffaltung unserer riesigen Gebirgsmassive (Alpen, Anden, Himalaya).

Da wo diese Platten auseinander driften, ist die Erdkruste besonders dünn und die Folgen solcher Vorgänge sind dann nicht nur Erdbeben sondern i. d. R. auch eine erhöhte Vulkantätigkeit.
Da wo diese einzelnen Erdplatten aufeinander treffen oder sich auseinander bewegen, entstehen unvorstellbar hohe Spannungen im Erduntergrund, die sich immer weiter aufbauen, bis zu einem Punkt, an dem es eine schlagartige Entspannung gibt, die wir Menschen dann als Erdbeben wahrnehmen.  Je größer und heftiger diese Entspannung ist, desto stärker ist das Erdbeben. Die Auswirkungen solcher Erdentspannungen sind natürlich auch noch davon abhängig wie tief im Untergrund sie stattfinden und wie die geologischen Formationen im Untergrund und an der Erdoberfläche beschaffen sind.
Das wissen um diese Sachverhalte hat  Wissenschaft und Industrie angespornt, nach Wegen zu suchen Erdbeben vorauszusagen und deren Stärke zu bestimmen. Heute wissen wir, dass man Erdbeben nicht voraussagen kann! Was wir aber ganz genau wissen ist, wodurch ein Erdbeben gekennzeichnet ist.

Erdbeben verursachen unterschiedliche Schwingungen ausgehend von ihrem Entstehungsort. Diese Erdbebenschwingungen haben u. a. unterschiedliche Ausbreitungsgeschwindigkeiten und, und dies ist entscheidend, gerade die schnellste Schwingung oder Welle eines Erdbebens, die so genannte P-Welle, ist ungefährlich und für den Menschen kaum wahrnehmbar. Erst dann folgen die zerstörerischen Scher- oder auch S-Wellen.
Und gerade diese Eigenschaften eines Erdbebens und eine immer leistungsfähigere elektronische Mess- und Auswertetechnik haben dazu geführt,  dass es heute möglich ist, aus den unterschiedlichen Ausbreitungsgeschwindigkeiten der Wellen eine Vorwarnzeit zu erzielen auch unter Einbeziehung der schwere des Erdbebens.

Diese verfügbare Vorwarnzeit kann genutzt werden, um geeignete Schutzmaßnamen  zu ergreifen. Diese Schutzmaßnahmen, die zum einen durch das persönliche Verhalten eines jeden Einzelnen definiert sind, werden zum anderen durch die moderne Elektronik unterstützt. Die Elektronik stellt u. a. sicher, dass zunächst mittels geeigneter Sirenen akustisch und optisch Erdbebenalarm ausgelöst wird und das damit einhergehend z. B. automatisch Notstromaggregate eingeschaltet werden, Gasleitungen geschlossen werden, Fluchttüren geöffnet, Aufzüge in sichere Parkpositionen gebracht werden und Rolltreppen gestoppt werden. Natürlich gibt es gerade in Erdbebenregionen auch viele abgelegenen Dörfer, deren Bewohner i. d. R. sehr arm sind, deren Häuser eher Hütten sind; hier  kann schon mit relativ geringem finanziellen Aufwand durch eine zentrale Alarmgebung „ Dorfwarnung “ auf dem Dorfplatz installiert wertvolle Hilfe geleistet  werden.
 
Wissenschaft und Unternehmen stellen heute Systeme zur Verfügung, die leistungsfähig  und sicher funktionieren.  Gerade im industriellen Bereich sind Systeme verfügbar, die bei einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis einer breiten Masse der Bevölkerung in den Erdbebenregionen zur Verfügung gestellte werden könnte und die somit helfen könnten, die Naturkatastrophe Erdbeben zu überleben.

Wichtig ist natürlich auch, diese Systeme nicht nur einfach zur Verfügung zu stellen, sondern damit einhergehend muss natürlich auch informiert werden, wie diese Systeme zu installieren und zu warten sind. Aber auch die Unterweisung in Verhaltsweisen bei drohenden schweren Erdbeben muss geleistet werden; dies kann man und sollte man trainieren. Man kann sich auf das unvermeidliche Ereignis Erdbeben bestmöglich vorbereiten (Link zum Merkblatt des GFZ, Verhaltensmaßnahmen). All das wollen wir den Menschen vermitteln.